DIARIO de IBIZA
10.10.2002

Die Übersetzung eines Leserbriefes in den Deutschen Seiten:
Das Konzentrationslager in Formentera
Auf Anregung der Kulturbeauftragten Fanny Tur wurde bei der letzten Plenarsitzung des Inselrates das Konzentrationslager auf Formentera zum Kulturgut erklärt. Der Inselrat der Opposition Joan Marí Tur gab im Namen der PP (Anm.: Partido Popular), die dagegen stimmte, eine Erklärung ab, die ein bestimmtes Ressentiment und einen Mangel an historischer Sicht aufwies und nach so langer Zeit immer noch keinerlei Spalt für eine Versöhnung offen läßt.
Die Ablehnung ist kaum zu verstehen: Wenn man keine Probleme hat, Studien über die Punischen Kriege, die Präsenz der Römer oder Araber auf den Pityusen in Auftrag zu geben, weshalb hat man dann ein Problem, wenn jemand eines der 67 in ganz Spanien verteilten Internierungslager, deren Hauptziel die Beugung, die Unterminierung und Ausrottung derjenigen war, die die Freiheit, die Demokratie und die rechtmäßige damalige Regierung, die Republik, verteidigten , für zukünftige Generationen erhalten will?
Über tausend Insassen erlebten vonseiten des Faschismus keinerlei Nachsicht. Nach dessen Sieg wurde Spanien zu einem riesigen Konzentrationslager, in dem die Besten der Nation starben, schon tot oder geflohen waren...
Wir sollten unser Gedächtnis wiedererlangen und uns daran erinnern, daß unsere Vorfahren für die Freiheit und die Demokratie einen sehr hohen Preis bezahlen mußten.
Auf der Tafel, die am 14. 2. letzten Jahres an einer der Lagerruinen zum Gedenken an diese Tragödie angebracht wurde, steht ein Gedicht von Joan Colomines i Puig: Was war, war. Zurückbleibt die Asche, auf der wir die Welt aller bauen, Friedhof der Lebenden, für immer auf den Teich, das Meer und die Herzen ausgerichtete Erinnerung.

Pedro Marín



Erstellt am 24.09.2006

copyright ©2000 - 2010: WilAnt / W.Wünnenberg ,
Hallenberg & Kierspe